4 Tage - 22 Stunden fahren und schippern - und eine neue Ecke Norwegens

12Juli2012

Mein vorerst letzter Reisetrip in Norwegen war wieder einmal formidabel und ein toller Abschluss für mein Auslandssemester. Zusammen mit Maik ging es in den Westen nach Stavanger und Bergen, die beiden größten Städte Norwegens nach Oslo mit "wahnsinnigen" 260.000 Einwohnern (Bergen) und 120.000 (Stavanger).

Unsere Route

Mit der Bahn düsten wir geschlagene 8 Stunden nach Stavanger. Die ollen Berge ließen sich leider nicht einfach so durchfahren, also ging's außenrum. Aber dank toller Aussicht mit Flüssen, Bergen, Seen und Meer fühlten sich die 8 Stunden gar nicht so schlimm an - eher die Fußball-Fans, die sich in unserem Wagon fröhlich betranken mit Bier, Wein und einer vierfachen selbst mitgebrachten Cocktail-Auswahl.

Da wir in Stavanger selbst eigentlich nur einen halben Tag eingeplant hatten, ging es vom Bed&Breakfast direkt durch die Stadt. Und zum Glück ließ uns währenddessen auch der Regen in Ruhe.

Stavanger City

Diverse schöne Ecken haben wir in Stavanger entdecken können, von der bunten, allerdings völlig ausgestorbenen Fußgängerzone bis zum ganz in weiß gestrichenen Holzhausviertel Gamle Stavanger.

Stavanger City Holzhaussiedlung  Hafen Holzhaussiedlung

Am nächsten Tag stand das eigentliche Reiseziel unseres Stavanger-Aufenthaltes an: der Preikestolen (Predigtstuhl), eine Felsplattform, dessen Kante so gut wie senkrecht 600m in den Lysefjord hinabfällt. Eine riesige Touristenattraktion in Norwegen, da mussten wir einfach mal vorbeischauen. Mit der Fähre schipperten wir erstmal Richtung Fjord.

Mit der Fähre nach Tau Auf dem Weg zum Preikestolen

Ein Stück ging es noch weiter mit dem Bus. Dann hatten wir unseren Ausgangspunkt erreicht. Nun standen uns vier Kilometer Wandertour bevor inklusive gewaltiger Menschenmassen, die ebenfalls bei dem tollen Sommerwetter hinaufpilgern wollten. Der Weg ging durch Berg und Moorgebiet und war eine wahre Kletter-Tour, denn zum größten Teil mussten wir über aufeinandergehäufte Steinbrocken in die Höhe krakseln.

Quer durchs Moor Über Stock und Stein Immer steiler, immer steiniger Über wässrige Steine Und noch mehr Steine

Sehr anstrengend, aber auch sehr abenteuerlich und immer wieder wurden wir bereits beim Aufstieg mit einer tollen Aussicht belohnt.

Zwischenstopp mit feiner Aussicht

Zwei Stunden sollte der Aufstieg in etwa dauern, wir brauchten letztlich drei mit diversen Pausen und Fotoknipsereien. Als wir schließlich oben ankamen, hätte ich wahrscheinlich als Mr. Crabs durchgehen können. Der Blick vom Preikestolen war der Hammer und Maiks Höhenangst höchst amüsant. Die Kante hat keinerlei Absicherung und so wurde einem schon etwas mulmig beim Blick in die Tiefe.

Und wir nähren uns dem Preikestolen Endlich angekommen Preikestolen am Lysefjord völlig überfüllt Blick in den Abgrund 600m in die Tiefe

Nur die Menschenmassen waren doch etwas stöhrend, wirkte der Fels dadurch doch eher wie ein Freibad im Hochsommer. Der Abstieg war daher zeitweilig auch etwas mühsam, wenn man diverse "Rentner" vor sich hatte. Dennoch: Eine super Tour mit ganz viel Abenteuer-Krakseleien!

Mit der Fähre nach Bergen

Mit fiesem Muskelkater (zumindest ich) fuhren wir am nächsten Tag weiter. Fünf Stunden Busfahrt inklusive zweier Fährfahrten entlang der zerklüfteten Westküste und schon waren wir in Bergen. Die Stadt zeigte sich entgegen ihres Wettertrends, der eigentlich nur aus Regen besteht (mein Reiseführer sagt: vier Mal so viel Regen wie in Berlin), und schenkte uns blauen Himmel und viel Sonne. Wir nutzen die klare Sicht und fuhren mit der Fløibanen den Berg hinauf.

Aussicht vom Berg Fløyen

Danach ging es dann quer durch die Stadt. Unter anderem in Bergens wohl berühmtesten Teil Bryggen, das Hanseviertel. Die bunten Holzhäuschen reihen sich am Hafen entlang und der Gang zwischen den Häusern hatte irgendwie was von Western oder Freizeitpark-Atmosphäre.

Bryggen in Bergen BryggenBryggen  Irgendwo in Bergen Im Park beim GrillenBergen am AbendHolzhaussiedlung

Ein "Highlight" war außerdem noch unser völlig überteuertes Hostel, in dem wir für satte 25€ eine Art Kellerraum mit 32-Mann-Schlafsaal aufgetischt bekamen. Oh ja, da kommt Freude auf. Wahrhaftig eine meiner schrecklichsten Nächte überhaupt, trotz Oropax. Aber zumindest ist eine wunderbare Anekdote zum Erzählen dabei herausgesprungen.

32-Mann-Schlafsaal

Am nächsten Tag zeigte sich Bergen gleich von seiner eigentlichen Wetterseite: tief hängende Wolken und Nebel. Nur der Regen blieb aus. Zum Glück. Denn wir hatten bis zu unserer Abreise noch den halben Tag Zeit.

Liebliches Bergen-Wetter

Schließlich ging es mit der Bergen-Bahn, angeblich einer der schönsten Bahnstrecken Europas, zurück nach Oslo. In sieben Stunden ging es unter anderem rauf auf 1200 Meter mit Schnee, Eis, Wasserfällen und rauschenden Flüssen.

Bergen-Bahn Quer durch die Berge

Am höchsten Punkt auf 1200m

Mitten im Schnee im Juli

Also: Eine grandiose letzte Norwegen-Tour für mich. Jetzt bin ich wirklich bereit zurück nach Deutschland zu kommen. Sonntag geht's los. Bis dahin wird noch fleißig ausgemistet, geputzt und die letzten Souvenirs eingekauft (Mal sehen, ob es auch der Fischpudding noch in meinen Koffer schafft). Mit etwas Glück verabschiedet sich morgen auch der Osloer Regen und ich kann ein letztes Mal den Sognsvann genießen:

Sognsvann in Oslo

Ach ja, kleiner Schmankerl zum Schluss. Zumindest mein persönlicher. Beim Zappen durchs norwegische Fernsehen bin ich doch glatt bei den Gummibären hängen geblieben, mit dem wundervollen übersetzten Namen: Bompibjørne!

Tutuuut! Ab geht's durch Norwegen...

27Juni2012

Meine Zeit bei den sportbesessenen Norwegern geht schon bald zu Ende. Mittlerweile hocke ich fast alleine in meiner Bude rum und auch die Wohnungen um mich herum sind wie leer gefegt. Damit ich die letzten Wochen nicht in Einsamkeit dahin vegetiere, gab's Besuch, der mir sogleich mein Highlight in Norwegen bescherte.

Mit dem Papa am Geirangerfjord

Mit meinem Papa und einem Mietwagen ging es ein paar Tage ein Stück in den Norden hinauf zu den schönsten Fjorden Norwegens: zum Lustrafjord samt Ausflug zum Nigardsbreen-Gletscher und zum Geirangerfjord. Mehr als 1000km haben wir in 4 Tagen hinter uns gebracht.

Unsere Reiseroute

Lang war die Fahrt, aber niemals langweilig. Denn schon kurz hinter Oslo fuhren wir durch die norwegische Wildnis - so fühlte es sich zumindest an. Kaum ein Auto auf der Straße und überall Berge, Flüsse und Wasserfälle. Und schon bald trafen wir sogar auf Schnee.

Unterwegs zu den Fjorden Seen über Seen auf unserer Hinreise Und so viele Wasserfälle Und schon kommt der Schnee.

Auf unserem Weg zum Lustrafjord kamen wir auch an einer der für Norwegen bekannten Stabkirchen vorbei, der Bogund-Kirche. So wie es in Norwegen nicht anders zu erwarten ist, aus Holz gebaut.

Bogund-Stabkirche Norwegische Kirche von Innen

Unser erster Stopp zum Nächtigen war Gaupne. Ein völlig ausgestorbener Ort am Lustrafjord, der uns aber eine tolle Hütte mit Aussicht auf schneebedeckte Berge und Blick auf den Sonnenuntergang von unserer kleinen Terasse schenkte. Und nach zum Teil wolkig-regnerischer Autofahrt sogar blauen Himmel und Sonne.

  Unsere Hütte in Gaupne Ausblick aus unserer Hütte am MorgenUnsere bombastische AussichtLustra-Fjord

Gaupne war auch ein perfekter Ausgangspunkt für unseren Tagestrip zum Nigardsbreen-Gletscher. Eine halbe Stunde Fahrt am türkisblauen Fluss entlang und schließlich erblickten wir die Gletscherzunge und den daraus entstandenen Gletschersee.

Auf dem Weg zum Nigardsbreen-Gletscher

Mit einem kleinen Boot schipperten wir über den See und kamen schließlich am Fuß des Gletschers an, der dann doch nicht so groß aussah wie erwartet. Das änderte sich allerdings nachdem wir mehr als eine halbe Stunde über diverse Steine, Geröll und Flussläufe geklettert waren Und schon kamen wir uns ganz klein vor vor den riesigen Eismassen, die bläulich in der Sonne glitzerten. Ganz nah trauten wir uns dann nicht heran, schließlich wollten wir nicht es herausfordern von einem abbrechenden Eisklotz erschlagen zu werden.

Gletschersee Papa und ich vorm GletscherAm Nigardsbreen-Gletscher

Vom Gletscher aus brachen wir dann mit dem Auto zu einem Abstecher zum Stausee Styggevatnet auf, der laut Reiseführer "selbst im Hochsommer einen Anblick bietet, der eher in Grönland zu erwarten gewesen wäre - Schnee und Eisschollen so weit das Auge reicht". Schade nur, dass der Schnee von den Berghängen runtergerutscht war und uns die Straße versperrte. Kein Durchkommen mit unserem kleinen Auto. Schade, schade. Aber auf unserer späteren Weiterreise wurden wir entschädigt.

Straße zum Stausee Styggevatnes

Nach 2 Nächten in Gaupne ging es am 3. Tag über viele, viele Serpentinen nach Geiranger, unter anderem über den so genannten Sognefjellsvegen, der einen bis auf 1400m in die Berge führt. Und da türmte sich dann der Schnee zu allen Seiten.

Sognefjellsvegen (auf 1400m) Steintürmchen für die Bergtrolle

Links und rechts der Straßen häuften sich auch kleine und größere Steintürmchen. Ein Geschenk für die Bergtrolle, die dadurch besänftigt werden und davon absehen Steine vom Hang auf die Autos zu werfen. Schön, wie praktisch! Unsere Fahrt zog sich immer weiter hin. Nicht nur wegen der vielen Serpentinen samt gefühlter 100 Reisebusse, sondern vor allem, weil wir alle paar Kilometer anhielten und die fantastische Aussicht genossen.

Im Nirgendwo in Eis und Schnee Irgendwo zwischen Lustrafjord und Geirangerfjord Im Nirgendwo

Schließlich ließen wir Schnee und Eis hinter uns und standen irgenwie recht plötzlich vor dem Geirangerfjord. Und obwohl ich so oft die Bilder vorher gesehen hatte, war ich doch ziemlich geflasht von dieser tollen Aussicht.

Geirangerfjord vom Aussichtspunkt Adlerblick

Den Blick auf den Fjord konnten wir von nun an die ganze Zeit genießen, denn überraschenderweise stand unsere Hütte so perfekt, dass wir von unserer Veranda auf den Fjord runterschauen konnten. Einfach wow.

  Unsere Hütte in GeirangerUnsee Veranda mit Blick auf den Fjord

In Geiranger selbst war dann auch nicht all zu viel los, nachdem das Kreuzfahrtschiff wieder abgedampft war. Wir nutzten einfach unseren himmlischen Hütten-Blick und grillten auf der Veranda. Am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder zurück nach Oslo. Ziemlich geschafft von all den überwältigenden Bildern im Kopf. Nur eines hatte ich zu bemeckern - trotz der Hunderten von "Achtung Elch"-Schilder, hatte ich keinen einzigen gesehen. Aber dann: Als ich grade im Nirgendwo zwischen den Wäldern durchdüste, schaute mich eine Elchkuh kauend vom Straßenrand an. Elch gesehen - check. Jeah!

Jetzt ist mein Papa wieder weg und mir bleiben noch 2 1/2 Wochen hier im schönen Norwegen. Nächste Woche kommt noch Maik vorbei, dann wird die Westküste unsicher gemacht. Tja, und dann bin ich schon wieder zurück in Leipzig.

Am Geiranger-Fjord

Hei - Moi - Tere!

18Juni2012

4 Tage Stockholm, 2 Tage Helsinki, 1 Tag Tallinn. Meine kleine Kurzreise hat sich rundum gelohnt. Schöne Städte, tolle Bootsfahrten, interessante Leute, schmackhaftes Essen und so viel mehr.

Die feine Reisegesellschaft (Lea und Carla)

Meine lustige kleine Reisegesellschaft bestand aus Oslo-Carla und Schweiz-Lea (die Schweizer Mitbewohnerin von Carla, die ich die ersten zwei Tage Dank Schweitzerdeutsch nicht verstand und als ich es schließlich verstand, herauskam, dass sie längst auf Hochdeutsch gewechselt hatte). In Stockholm gab's das erste Zusammentreffen. Carla und ich rollten mit dem 8-Stunden-Bus aus Oslo an, den wir beinahe verpasst haben und wahrhaftig in letzter Sekunde noch bekommen haben, Dank engagiertem Lauf-Geh-Stil und jeder Menge Schweiß, worüber sich dann unsere Bus-Nachbarn freuen durften.

Stockholm

Stockholm ist ein Traum und hat mich auch ein wenig neidisch gemacht, dass ich in Oslo gelandet bin und nicht in Schweden. So viel schöne bunte Altstadt und überall Krimskram von Pipi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga [übrigens im Original nicht Michel sondern Emil].

Platz in der Altstadt süße Cafés

Gässchen Schloss Blick vom Schloss

Am Schloss haben wir noch zufällig einen Blick auf Daniel werfen können. Ich hab ja keine Ahnung von diesen ganzen Adelsfamilien, aber Carla und Lea waren höchst erfreut, als der angeheiratete Fitnesstrainer in schwarzem Auto an uns vorbeirauschte.

Ebenfalls ganz zufällig war gerade Abifeierei in Stockholm. Und bei den Schweden funktioniert das folgendermaßen: Man nehme einen LKW, hänge eine offene Ladefläche an, stelle die Abiturienten in Badeklamotten, die Mädchen vorzugsweise in weißen T-Shirt oben drauf, gebe ihnen gefühlte 5000l Bier und eine durch die ganze Stadt schallende Musikanlage. Der Rest ergibt sich von selbst: Ganztägige LKW-Fahrt durch die Stadt mit stundenlangen Bierduschen und daraus resultierenden Biermassen, die in Sturzbächen vom Wagen auf die Straße laufen, so dass die ganze Stadt nach Bier riecht.

Party-LKW Party-LKW mit Bierdusche

Bei schlechtem Wetter ging es einen Tag auch ins Junibacken, ein Museum über Astrid Lindgren und andere schwedische Kinderbuchautoren - ein kleines Spieleparadies für Kinder. Wir haben uns einfach mal unauffällig untergemischt. Wär ich doch mal 15 Jahre jünger, dann hätt ich auch in alle nachgebauten Häuser gepasst. Ganz besonders toll - und wo ich auch ohne Probleme reingepasst habe -  war die Zugfahrt. In einem kleinen Waggon sitzend geht es durch eine Miniaturwelt von Lindgrens Geschichten. Man fliegt sogar mit dem Waggon eine Runde in die Luft zu Karlsson vom Dach. So schön!

In Pettersons Haus mit Petterson

Also: 1. Reise-Stop Stockholm - abgehakt und Daumen hoch!

Aussicht auf Stockholm

Mit der Fähre ging es dann nach Helsinki. 16 Stunden Sonne auf dem Deck genießen mit Blick auf die schwedischen Inselchen, durch die Schiffs-Einkaufsstraße flanieren, Cocktails schlürfen und seltsamen Gestalten auf der Tanzfläche zuschauen.

Fähre Richtung Finnland Fähre Fähre in Mariehamn Shoppen aufm Boot

Freude in der Schiffskabine

Nächste Station also Helsinki. Die finnische Hauptstadt hat mir aus einem nicht wirklich erklärbaren Grund besser gefallen als Stockholm. Vielleicht lag's am blauen Himmel und der strahlenden Sonne, die wir in Stockholm doch etwas vermisst haben.

Einfahrt Helsinki

Schon die Einfahrt mit der Fähre war wunderschön. Von unserem Hostel ging es direkt auf Stadttour. Allerhand Kirchen und eine weitläufige Innenstadt mit alten und neuen Gebäuden. Schwer zu beschreiben. Schaut einfach selbst:

Uspenski-Kathedrale Suurkirkko (Dom)

Helsinkis Straßen Abends am Wasser

Helsinki bei Nacht ist noch mal cooler, denn da Mittsommer kurz bevor steht, wird es nicht mehr wirklich dunkel nachts. Die Sonne geht zwar unter, aber der Himmel bleibt trotzdem immer noch recht hell - wie hier zum Beispiel gegen halb 12 abends.

Helsinki bei

Am 2. Tag ging es mit dem Boot auf die Insel Suomenlinna, UNESCO-Weltkulturerbe, mit Festung, kleinen netten Häuschen und vielen kleinen Wegen zum Erkunden inklusive Felsenbucht für ein paar Stündchen Sonnentanken.

Suomenlinna süßes Café Möwe aufm Boot Einfach schön! Felsenbucht

Penner-Laura am Start

Leider bleibt den Finnen anscheinend nicht länger als 1 1/2 Tage gutes Wetter erhalten. Am Abend fing es an zu regnen - wir haben trotzdem unser finnisches Bier auf auf dem Bürgersteig sitzend und einem Spontan-Konzert auf der Straße genossen.

Bierchen im Regen

Am nächsten Morgen ging es in aller Frühe auf die Fähre nach Estland [so früh, dass noch keine Busse oder Bahnen fuhren und wir pompös mit dem Taxi im Hafen anrollten].

Unser Penner-Lager an Bord

Nach 2 Stunden kamen wir auch schon in Tallinn an, begrüßt von strömendem Regen, der uns bei unserem 15 Minuten Marsch zum Hostel komplett durchnässte. Unser Hostel befand sich direkt im Kneipenviertel Rotermann, das aus alten Fabrikgebäuden besteht. Da ich nur einen Tag in Tallinn hatte, musste ich trotz Regen raus, um überhaupt was von der Stadt sehen zu können. Aber zum Glück hörte es zwischenzeitlich auf zu regnen.

Tallinn im Regen Altstadt Altstadt Altstadt wie im Mittelalter Großer Platz in der Altstadt

Der Kern von Tallinn ist eine Art Mittelalter-Stadt. Überall steht noch Stadtmauer und Wachtürme. Und alle Häuser sind irgendwie farbig angemalt.

Wachturm am Eingang der Altstadt von oben

Allerdings ist der Kern so übersichtlich, dass ein Tag vollkommen ausgereicht hat. Dass ich mich in Estland befand, merkte ich eigentlich nur am Essen und den Menschen, die größtenteils ziemlich unfreundlich rüberkamen bzw. recht wortkarg und mürrisch waren. Trotzdem: Tallinn - klein, aber fein. Und ein wunderbarer Abschluss für eine tolle Städtetour.

Tallinn von der Aussichtsplattform

Leider ging es für mich am nächsten Tag schon wieder zurück nach Oslo. Carla und Lea reisen nun weiter nach Riga und schließlich nach Deutschland. Und ich mach mir noch schöne letzte 3 Wochen in Oslo mit diversen Rumreisereien zu Fjorden, Gletschern und nach Westnorwegen mit 2-fachem Besuch.

Hipp Hipp Hurra!

27Mai2012

Hipp Hipp Hurra!

Gratulerer med dagen! In Oslo war die Party des Jahres angesagt. Der 17. Mai. Tag der Verfassung und damit Nationalfeiertag.

Karl Johan Gata am 17. Mai

Die Stadt ist einfach nur gerammelt voll und die Norweger schlüpfen in ihre mega teuren Trachten und schnappen sich ihr Norwegen-Fläggchen... Aber mal der Reihe nach.

Für den  passenden Start in diesen spektakulären Tag gab es erstmal großes Frühstück in meiner Wohnung - 16 Mann, da war die Küche auch restlos voll.Frühstück mit 15 Mann

Anschließend ging es dann in die Osloer Innenstadt. Und das war wirklich ein Fest. Warum ist bloß der deutsche Nationalfeiertag so langweilig? Mit meiner kleinen süßen norwegischen Flagge gings ins Getümmel zur Parade. Die zieht sich einmal komplett durch die Innenstadt, rauf zum Schloss, um der Königsfamilie zuzuwinken, und dann runter zum Hafen. Bei dem so genannten barnetog laufen alle Osloer Schüler mit - in Tracht, mit riesigen Fahnen und Instrumenten.

Umzug

Parade mit Musik Parade

Nicht zu vergessen, dass die Norweger währenddessen immer wieder rufen: Hipp Hipp Hurra!

Wir haben uns mit viel Ausdauer durch die Massen bis ans Schloss vorgekämpft, um Haakon und Mette und natürlich den König zu sehen, die stundenland fleißig vom Balkon herunterwinken mussten.

Königsfamilie

Ein sehr kurioses Phänomen, das seit Anfang Mai in Norwegen umhergeht und am 17. Mai seinen Höhepunkt feiert, ist das russ und äußert sich in betrunkenen Jugendlichen in meist roten oder blauen, seltener schwarzen, grünen wie auch immer farbigen Hosen. Das sind die Abiturienten, aber im Gegensatz zu uns Deutschen feiern die nicht EINE Party zum Abitur, sondern 3 Wochen am Stück und das auch noch VOR den Prüfungen. 3 Wochen lang wird die gleiche Hose getragen, die je nach Farbe den fachlichen Schwerpunkt des Schülers zeigt. Dann wird sich ein Bus oder auch Van gekauft, angesprüht, damit umhergedüst und Partys gefeiert, mit mehreren Bühnen, Bands, Showeffekten - wie ein großes Musikfestival. Die haben einfach zu viel Geld die Norweger...

russ-Bus Russ Bus

Naja, auf jeden Fall ein rundum bombastischer Tag!

Auf Akerhus

Ganz nebenbei will ich noch erwähnen, dass es mittlerweile sogar Hochsommer in Oslo gworden ist. 26°C Hitze jeden Tag aufs Neue - und nach dem tiefen langen Winter ist das hier wirklich Hitze! Und wenn ihr bei der Wettervorhersage aufgepasst habt, dann wisst ihr auch, dass ihr das gute Wetter in Deutschland dem Hoch über SKANDINAVIEN zu verdanken habt. Ach ja, warum ich das Wetter überhaupt erwähne? Weil ich jetzt jeden Tag in der Sonne liege - entweder am See oder am Meer auf einer der Oslofjord-Inselns uuuunnnd.... schwimme schwimme schwimme! Auch wenn es noch etwas eisig ist, aber ich kann jetzt zumindest von mir behaupten, dass ich in Oslo im Meer und im See geschwommen bin.

Schwimmen auf Gressholmen

Und daher zum Abschluss ein kleiner Bildervergleich vom Badesee Sognsvann, denn irgendwie kaum zu glauben, vor 1-2 Monaten war doch wahrhaftig hier noch alles zugefroren und verschneit.

Sognsvann im Mai Sognsvann im Januar

Und damit verabschiede ich mich erstmal für eineinhalb Wochen nach Spanien - juhu!

Plötzlich alles grün.

15Mai2012

Kaum zu glauben - auch in Norwegen kommt irgendwann der Frühling. Schnee ist weg, Grünes wuchert, und wir können uns schon über wunderbare 12°C freuen. Da ich meine erste und damit auch letzte Klausur bereits letzte Woche geschrieben habe, heißt es jetzt nur noch: Ferien. Und jeden Tag soll's woanders hingehen (wenn denn das Wetter stimmt).

Bootshäuser

1. Tages-Trip: Insel Malmøya im Oslo-Fjord. Nur 10 Minuten Busfahrt und schon fernab von der Stadt zwischen Meer, Bäumen, Felsen und bunten Holzhäuschen mit eigenem Steg. Zwischenzeitlich wagen wir uns sogar Jacke und Pullover auszuziehen. 5 Meter weiter liegen die verrückten Norweger schon im Bikini rum (und aus Hörensagen gehen die sogar schon schwimmen).

MalmoyaMalmoya

Und zum Abschluss der Tour ging es noch auf die Festung Akerhus mit Ausblick auf den Osloer Hafen. Von dort aus haben wir uns dann auch entschieden beim Garnelen-Kutter vorbeizuschauen und einen Batzen für 70NOK (9€) zu kaufen - mmmjammi.

Akerhus-Aussicht auf Oslo-Hafen

2. Tages-Trip: Mit dem Bus geht's einfach mal zum Spaß an eine Endstation mitten in der Tucht, in der jeder kleine Hof seine eigene Haltestelle hat - wie bei den Kindern aus Bullerbü Nord-, West-, Ost- und Südhof. Und dann auf dem Rückweg steigen wir am Badesee Bogstadvannet aus. Könnte schön sein, wenn es nicht so windig und die Sicht nicht andauernd von fliegendem Haar versperrt wäre.

Am Bogstadvannet

3. Tages-Trip: Mit dem Boot geht es 20 Minuten auf die Halbinsel Nessodden im Oslo-Fjord. Dann weiter mit dem Bus ins Nirgendwo bis wir nur noch von bunten Häuschen auf kantigen Felsen umringt sind, die nach Ferien ausschauen. Und hier finde ich meine persönliche Idylle: ein Badeplätzchen am Meer, mit Picknick-Tischen, "Sand"-Strändchen und Schaukeln - juchhei. Und hier durfte ich dann mein erstes norwegisches Grillen erleben mit dem norwegisch populären Einweg-Grill, pølse med lompe (Wurst in Kartoffelfladen), Grillgemüse und als krönender Abschluss Marshmellows am Holzspieß.

Pølse med Lompe Carla mit der Pølse Marshmellow Strand auf Nessodden Unser Picknickplaty Idylle auf Nessodden Die Drei (Gina, Carla, Laure)

Highlight in den kommenden Tagen: 17. Mai. Norwegens Nationalfeiertag. Tag der Verfassung. Alle schmeißen sich in ihre Trachten, schnappen sich die Norwegen-Flagge und ab geht es in die Stadt zum Umzug und zum Königsfamilie-Winken. Fähnchen ist bereits gekauft, großes Frühstück in Planung. Ich bin gespannt, was auf Norwegens größter Volksparty so los ist und werde berichten.

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